Bereits über 81.000 Anmeldungen zur Klage gegen VW

In kürzester Zeit haben sich bereits über 81.000 betroffene Verbraucher registriert, um an der Musterfeststellungsklage gegen VW teilzunehmen.

Seit dem 27. November 2018 können sich betroffene Verbraucher der Musterfeststellungsklage gegen den Konzernriesen VW anschließen. Hierzu reicht eine kurze Registrierung ins eigens eingerichtete Klageregister auf der Internetseite des Bundesamts für Justiz. Lediglich 50 Verbraucher hätte es gebraucht, um die Klage tatsächlich stattfinden zu lassen. Nun haben sich nach knapp zwei Wochen bereits über 81.000 Betroffene eingetragen und so dafür gesorgt, dass es definitiv zu einem Verfahren gegen VW kommt.

Erste Hürde ist genommen

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte als Vorreiter pünktlich zum 1. November 2018 eine Musterfeststellungsklage eingereicht. Der Dachverband der Verbraucherzentralen hatte es sich zum Ziel gesetzt, VW wegen vorsätzlicher Täuschung im Namen der Verbraucher auf die Anklagebank zu zerren. Die Klageschrift wurde an Volkswagen übermittelt und das Klageregister kurze Zeit später eröffnet. Dann hieß es abwarten, ob sich mehr als 50 Verbraucher registrieren, die denselben Schaden erlebt haben. Nur wenn diese Hürde genommen wird, kann ein Musterfeststellungsverfahren stattfinden. Doch Experten waren sich sicher, dass es kein Problem sein würde, diese Zahl zu erreichen.

Enormes Interesse an VW-Klage

Sie sollten Recht behalten, denn aktuell zählt das Klageregister über 81.000 Anmeldungen. "Diese hohe Beteiligung in den ersten Tagen nach Eröffnung des Registers zeigt, wie hoch das Interesse an der Klage ist", sagte der Vorstandschef des Bundesverbands Klaus Müller. Millionen Dieselkäufer waren nach Bekanntwerden des Skandals in der Misere, da viele die Kosten eines Individualverfahrens scheuten, aber dennoch ihre berechtigten Ansprüche gegen VW durchsetzen wollten. Laut Müller hat sein Verbraucherverband genau auf die Geschädigten gezählt, die das Risiko eines Einzelprozesses nicht eingehen wollten. In diesen Fällen kommt das Prinzip der Musterfeststellungsklage gelegen. Denn das Musterfeststellungsverfahren ist für den einzelnen Verbraucher mit geringem Aufwand verbunden und zudem völlig kostenfrei. Der klagende Verbraucherverband, in diesem Fall der vzbv, übernimmt das gesamte Prozessrisiko und alle anfallenden Kosten.

Anmeldung weiterhin möglich

Betroffene können sich weiterhin in das Klageregister eintragen und selbstverständlich auch wieder austragen. Dies ist möglich bis zum Ablauf des Tages vor dem ersten Termin – eine Abmeldung bis zum Ablauf des ersten Verhandlungstages. Das Bundesamt für Justiz teilte mit, dass der erste Verhandlungstermin "rechtzeitig auf der Internetseite der Behörde bekannt gemacht" werden würde. Es ist wahrscheinlich, dass die Zahl der Anmeldungen weiterhin steigt. Dies verdeutlicht die Bedeutung und Dringlichkeit der Klage gegen den Konzernriesen VW. Geschädigte des VW-Abgasskandals könnten kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist ihrer Ansprüche von drei Jahren einem möglichen Schadensersatz endlich näher kommen.

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