Musterfeststellungsklage gegen die Mercedes-Benz Bank

"Ewiger" Widerruf von Autokreditverträgen

Die Schutzgemeinschaft für Bankkunden e.V. hat sich neben VW noch eine weitere Bank eines Autoherstellers vorgenommen - die Mercedes-Benz Bank AG. Der Klagegrund: Die Bank vergibt Autokreditverträge, die oft fehlerhaft sind. Im Erfolgsfall könnten die Verbraucher ihre Autokredite widerrufen und ihr Geld zurückverlangen.

Autokreditverträge mit fehlerhaften Widerrufsinformationen

Am 1. November 2018 reichte die Schutzgemeinschaft für Bankkunden e.V. (SfB) beim Oberlandesgericht Stuttgart gegen die Mercedes-Benz Bank AG Musterfeststellungsklage ein. Geklagt wird laut Angaben der Verbraucherschützer, weil die Bank des Autoherstellers Autokreditverträge vergibt, die nicht ordnungsgemäße bzw. fehlerhafte Angaben in den Widerrufsbelehrungen enthalten.

Darunter sind u.a. falsche Angaben zur Frist für die Erklärung des Widerrufs und unzureichende Angaben zur Art und Weise der Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung. Das bedeutet im Endeffekt für die Kunden, dass sie nicht korrekt über ihr Widerrufsrecht aufgeklärt worden sind.

Das Ziel der Musterfeststellungsklage

Ziel der Klage ist demnach festzustellen, dass vom 13. Juni 2014 an geschlossene Autokreditverträge "ewig" widerruflich sind. Denn bei mangelhaften Wiederrufsbelehrungen hätten die Widerrufsfristen nie zu laufen begonnen, so die Schutzgemeinschaft. Dadurch könnte jeder Betroffene seinen Autokreditvertrag widerrufen - sogar noch Jahre nach dem Kauf des Autos.

Zudem hat die SfB als Feststellungsziel angegeben, dass die Verbraucher im Falle eines Widerrufs nicht für den Wertverlust des Fahrzeugs aufkommen müssen.

Hinweis

An der Musterfeststellungsklage können nur Kunden der Mercedes-Benz Bank AG teilnehmen, die ihren Autokreditvertrag nach dem 12.06.2014 abgeschlossen haben.

Rückgabe des Fahrzeuges und Geld zurück

Was würde ein Widerruf für den betroffenen Bankkunden bedeuten? Wenn das Oberlandesgericht in Stuttgart der Schutzgemeinschaft Recht gibt, kann der Verbraucher sein Fahrzeug zurückgeben und bekommt sein bisher gezahltes Geld, also die Anzahlung und die Raten, erstattet. Lediglich die Zinsen bleiben bei der Bank. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Neu- oder Gebrauchtwagen handelt, oder ob der Betroffene einen „Diesel“ oder „Benziner“ fährt.

Hinweis

Die vollständige Pressemeldung der Schutzgemeinschaft für Bankkunden e.V vom 02. November 2018 zur Musterfeststellungsklage gegen die Mercedes-Benz Bank AG finden Sie hier.

Pressemeldung